Die Geschichte des Umstädter Weinbaus nimmt wahrscheinlich bereits zur Zeit der Römer ihren Anfang, wie die Entdeckung römischer Fundamente aus dem 2. Jahrhundert nach Christus unter der Stadtkirche und die Freilegung des sogenannten Traubensteins aus eben dieser Zeit vermuten lassen.
Erste schriftliche Zeugnisse über den Weinbau in Umstadt finden sich aus fränkischer Zeit: Im Jahr 822 ließ Rabanus Maurus, Abt des Klosters Fulda und späterer Erzbischof von Mainz, acht Kopialbücher anlegen, die dem Kloster als Besitz-, Dienst- und Zinsregister dienten. Nach neuesten Forschungen kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die Ersterwähnung des Umstädter Weinbaus auf 775 rückdatiert werden muss.
Um 1610 waren in Umstadt etwa 145 Hektar Weinbergsfläche bestockt, die einen Ertrag von 4.750 Hektoliter Wein lieferten. Zum Ende des 30-jährigen Krieges konnten nur noch 4 Hektar bewirtschaftet werden. Erst um 1730 erreichte die Anbaufläche wieder annähernd den Vorkriegszustand. Bedingt durch die sozioökonomischen Änderungen in Europa mit Beginn der Industrialisierung ging die Anbaufläche zurück: Weinberge wurden zugunsten von Acker- und Obstbaumflächen aufgegeben. Lediglich an den günstigen Hanglagen wurde 1843 noch auf 40 Hektar Wein angebaut. Ab 1860 führten die aus Amerika eingeschleppten Pilzerkrankungen Echter und Falscher Mehltau zum weiteren Rückgang der Anbaufläche. Die Reblaus, die in anderen Teilen Europas schwere Schäden anrichtete, trat jedoch in Umstadt nicht auf.
Eingeleitet durch das Versuchsgut der Hessischen Landwirtschaftskammer begann ab 1927 die Renaissance des Umstädter Weinbaus. Mit der Gründung der Odenwälder Winzergenossenschaft e.G. im Jahr 1959 erfolgte die Wiederbelebung der Weinkultur nach dem Zweiten Weltkrieg. Flächenerweiterungen und Flurbereinigungen gingen damit einher.

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